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Material – Zeit – Licht

Die Ausstellung Material – Zeit – Licht versammelt sieben künstlerische Positionen, die sich mit grundlegenden Bedingungen des Bildes und seiner Wahrnehmung auseinandersetzen. Im Zentrum steht das Spannungsfeld zwischen Materialität, zeitlicher Dimension und der formbildenden Kraft des Lichts – drei Parameter, die sowohl den künstlerischen Prozess als auch die Erscheinung eines Werkes wesentlich prägen.

Material wird dabei nicht allein als Träger einer Form verstanden, sondern als aktiver Bestandteil künstlerischer Prozesse. Oberflächen speichern Spuren von Bearbeitung, Verdichtung und Transformation; sie fungieren als sensible Zonen, in denen Zeit sichtbar wird. Schichtungen, Abrieb, Wiederholung und Veränderung lassen das Werk als Prozess erscheinen, in dem Dauer und Moment miteinander verschränkt sind.

Vor diesem Hintergrund rückt auch das Licht als konstitutives Element der Wahrnehmung in den Fokus. Es modelliert Formen, aktiviert Oberflächen und verändert mit jeder Verschiebung von Perspektive, Distanz oder Intensität die Erscheinung des Werkes. Licht wirkt dabei nicht nur als physikalisches Phänomen, sondern auch als atmosphärischer und räumlicher Faktor, der Materialität erst sichtbar und erfahrbar macht.

Die in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen und Künstler nähern sich diesem Spannungsfeld aus unterschiedlichen medialen und konzeptuellen Perspektiven:

Thomas Driendl arbeitet fotografisch und untersucht in seinen Bildern die Beziehung von Bewegung, Wahrnehmung und Licht. Durch experimentelle fotografische Verfahren entstehen Bildräume, in denen sich Zeit als visuelle Spur und Verdichtung von Momenten manifestiert.

Svava Egilson arbeitet im Medium der Textilkunst. Gewebe, Fäden und textile Strukturen werden zu Bildträgern, in denen Materialität, Rhythmus und Licht in reduzierten, oft seriellen Kompositionen sichtbar werden.

Klaus Giesriegl entwickelt grafische Arbeiten, in denen Ornament und Zeichen als strukturierende Elemente fungieren. Linien, Wiederholungen und modulare Formen erzeugen Bildordnungen zwischen Zeichenhaftigkeit und abstrakter Struktur.

Brigitte Gmach realisiert Papierarbeiten, bei denen Faltungen, Schnitte und Schichtungen die physische Präsenz des Materials hervorheben. Papier wird dabei zum plastischen Medium, das Licht und Schatten als integrale Bestandteile der Form erfahrbar macht.

Johannes Hintersteiner arbeitet mit Kohlezeichnung und richtet den Blick auf Prozesse von Vergänglichkeit und Spur. Die unmittelbare Materialität der Kohle erzeugt fragile Bildräume, in denen Zeitlichkeit, Auflösung und Präsenz thematisiert werden.

Barbara Löffler nutzt Fotografie als Mittel der Untersuchung von Oberfläche, Struktur und Licht. Durch präzise Bildausschnitte wird alltägliches Bildmaterial in abstrakte, atmosphärisch verdichtete Bildräume überführt.

Ines Nickchen arbeitet mit keramischen Formen, deren Oberflächen durch Glasur, Struktur und Brennprozess geprägt sind. Material, Lichtreflexion und haptische Qualität verbinden sich zu einer konzentrierten plastischen Präsenz.

Material – Zeit – Licht versteht sich als kuratorische Annäherung an das Bild als dynamisches Gefüge – als Ort, an dem Material, Oberfläche und Licht in ein offenes Verhältnis treten und Wahrnehmung nicht als statischer Zustand, sondern als fortwährende Bewegung erfahrbar wird.

Die Vernissage ist am 26. März um 19 Uhr. Die Ausstellung ist an Sonntage 16-19 Uhr vom 29. März bis 5. Juli 2026 geöffnet. Während der Öffnungszeiten finden mehrere Workshops und Einführungen durch die Künstlerinnen und Künstler statt. Die Zeiten und Themen werde auf www.instagra,.com/zillergalerie und www.facebook.com/zillergalerie veröffentlicht.

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